Fin de Vac

Fin de Vac, Giovanni Greggio, 23 min.

von Giovanni Greggio, 2015, 23 min.
Italienisch, Tessinerisch

Angesiedelt im italienischsprachigen Gebiet der Schweiz erzählt die Doku-Fiktion von einer jahrhundertalten Fehde zwischen zwei benachbarten Dörfern. In einem Duell soll der Dorfnarr den Streit endlich für sich entscheiden.

Auf der Basis dieser beiden Filme findet am 7. April I 18 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sprachliche Minderheiten in der Schweiz“ statt.

Esser da Chasa

Esser da chasa, Ivo Zen, 2015, 25 min.

von Ivo Zen, 2015, 25 min.
Rätoromanisch

Der Dokumentarfilm befragt verschiedene Frauen, die sich alle aus verschiedenen Gründen für ein Leben im Kanton Graubünden entschieden haben. Sie sind in einer Region zu Hause, in der Rätoromanisch gesprochen wird. Die Sprache
spielt eine wichtige Rolle in ihrem Alltag und für ihre kulturelle Identität.

Auf der Basis dieser beiden Filme findet am 7. April I 18 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sprachliche Minderheiten in der Schweiz“ statt.

Experimentalfilme von 1972 bis 2019

6. April I 21:45 Uhr

Als Aktion gegen die konsumorientierte Gesellschaft hat Reinhard Manz alle Werbeschilder in der Geschäftsstraße der Greifengasse in Basel abgedeckt. Manz nutzt den städtischen Raum für seine Videos und damit den Kontakt mit den Menschen, deren Reaktionen er gerne provoziert.
Entschriftung der Greifengasse, 1983, 6 min.

Erich Busslinger hat auf seinen Reisen durch die Schweiz aus seinen Alltagsbeobachtungen eine serielle Dokumentation skurrilen Charakters erstellt. Seine
Bildgeschichten, die unter dem Titel Inland Archiv, 2003, zehn Episoden à je 15 min. zusammengefasst sind, strotzen vor unterschwelliger Ironie, machen sich aber nicht lustig, sondern porträtieren die Landsgenossen eher
liebevoll in ihren Gewohnheiten und Eitelkeiten.

Gemeinsam mit Hansjörg Palm hat Ruedi Bind ein skurriles Videogedicht aufgenommen, das einer psychedelischen Reise in die patriotischen Gedanken der Hauptfigur gleicht. Immer wieder erscheint das „weisse Kreuz auf rotem Grund“, so verfremdet hat es etwas Bedrohliches. Bind hat in Eigenregie eine Serie von Fassadenfilmen gemacht, die
durch ihre leise Poesie bestechen.
Orpheus Tonight, 2010, 7 min.

Tausendsassa Dieter Meier ist nicht nur Musiker, Schauspieler und Restaurantinhaber, sondern auch Autor experimenteller Videos und Musikvideos.
Shutter, 1972, 2 min. 30 sek, My Grand Parents, 1972, 9 min.
Gemeinsam mit Boris Blank bildet Meier die 1979 gegründete Gruppe Yello, für die er originelle Musikvideos gedreht hat.

Peter Fischli und David Weiss gehören zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Gegenwart. Das Duo definiert Kunst auf seine eigene spielerische Weise. Humor spietl dabei eine entscheidende Rolle.
Der geringste Widerstand, 1981, 29 min. funktioniert als zynische Satire über den Kunstmarkt, dafür schlüpfen die beiden in ein Ratten- und Pandabärenkostüm.

Urs Breitenstein bleibt in seinen Arbeiten immer sehr nahe an der Materialität des Filmmediums und seinen technischen
Möglichkeiten. Rhythmus, Bildaufteilung und Geräuschkulisse dominieren das Bild.
Some Kind of Panorama, 1978, 9 min.

Ruth Baettig zeigt eine Schlüsselsequenz des Films «Il Deserto Rosso» von Michelangelo Antonioni. Mit langsamen Malgesten wird diese sichtbar gemacht. Es geht um Fragen des Erinnerns und des Vergessens, des sich Verlierens und des sich Findens. Eine Arbeit, die sich zwischen Performance, Film und Malerei bewegt.
Painting #3 (Il Deserto Rosso), 2019, 6 min.10 sek.

Anka Schmid bewegt sich zwischen Kunst und Film, sie experimentiert mit mit dem Medium Film und nutzt es für ihre essayistischen Dokumentationen.
Mister World Wahl, 2006, 2 min. 30 sek.

Yello

Yello wurde 1979 gegründet, sie sind Pioniere der elektronischen Musik und treten immer noch als Duo, bestehend aus Boris Blank und Dieter Meier, auf.

Bostich, 1979, 4 min. 30 sek
als Vorfilm am 6. April I 18 Uhr

Oh Yeah, 1987, 3 min. 8 sek.
als Vorfilm am 8. April I 18 Uhr

The Race, 1988, 3 min. 40 sek.
als Vorfilm am 9. April I 20 Uhr

Zeit-fragen

von Reinhard Manz, 1986-87, 16 min.

Vorfilm am 6. April I 19:45 Uhr

Reinhard Manz hat sich auf einen der belebtesten Plätze und Tramknotenpunkte Zürichs gestellt und den Passanten das Mikrofon vor den Mund gehalten. Seine immer gleiche Frage: „Haben Sie Zeit?“

Dene wos guet geit (Die, denen es gut geht)

Dene wos guet geit, Cyril Schäublin, Silvan Hillemann

von Cyril Schäublin, 2017, 71 min.

6. April I 19:45 Uhr

Selbst produziert mit wenigen Mitteln und einer bezwingend eigenständigen sowie minimalistischen Kameraführung haben Regisseur Cyril Schäublin und Kameramann Silvan Hillemann mit „Dene wos guet geit“ ein unaufgeregtes, doch beklemmendes Zeitbild geschaffen. Von Zynismus und trockenem Humor geprägt, sprühen aus dem allgemeinen Grau des Bildes die Funken.

Eine junge Telefonistin versucht, auf eine schnellere Weise parallel zu ihrer Arbeit Geld zu verdienen. Sie gibt sich bei älteren Menschen als Enkelin in finanziellen Nöten aus, und prellt sie um ihr Geld.

Regie: Cyril Schäublin I Kamera: Silvan Hillemann I Darsteller: Liliane Amuat,
Margot Gödrös, Valentin Merz
Fassung: Schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln

Gäste: Cyril Schäublin, Reinhard Manz

Aloys

von Tobias Nölle, 2016, 91 min.

6. April I 18 Uhr

„Wir melden uns bei Ihnen“. Erst denkt man, Aloys (Georg Friedrich) meine damit sich und seinen Vater, mit dem er eine Privatdetektei betreibt. Doch auch nach dem Tod des Vaters spricht er noch in der dritten Person von sich. Der Kontakt zu anderen im Allgemeinen fällt ihm sehr schwer. Am liebsten versteckt er sich hinter seiner Kamera, kommuniziert nur das Nötigste mit seinen Kunden, und auch die abendliche Bestellung beim Chinesen „Eine Portion Reis zum Mitnehmen“ lässt keine Überschwänglichkeit zu.

Das Spielfilmdebüt des Schweizers Tobias Nölle überzeugt durch ästhetische und formale Konsequenz sowie durch inhaltliche Relevanz. Der porträtierte Sonderling wird nie der Lächerlichkeit preisgegeben, er steht vielmehr stellvertretend für jeden, der in unserer anonymisierten Gesellschaft Anschluss und Liebe sucht und weiß, welcher Herausforderung man sich dabei stellt. Aloys erzählt im Kleinen eine Geschichte der Selbstemanzipation, nimmt Partei für Individualität und die Wichtigkeit von Fantasie und Träumen.

Regie: Tobias Nölle I Darsteller: Georg Friedrich, Tilde von Overbeck
Fassung: Schweizerdeutsch mit deutschen Untertitel

Die Dunkelheit in den Bergen – Lesung

Dunkelheit in den Bergen, Silvio Huonder

Die Dunkelheit in den Bergen – Lesung und Videovorführung mit Silvio Huonder

6. April I 16:30 Uhr

Ein historisch belegter Mordfall in Graubünden inspirierte Silvio Huonder zu seinem Roman Die Dunkelheit in den Bergen (Nagel & Kimche, 2012). Als Auftragsarbeit entwickelte der Autor aus dem Stoff eine Bühnenfassung (UA Theater Chur 2014) und für die Produktionsfirma snakefilm (Zürich) das Drehbuch zu einem Kinofilm. Während die Verfilmung nach halber Finanzierung zum Scheitern verurteilt ist, schreibt Huonder inzwischen an einer Fortsetzung des Romans.

Dunkelheit in den Bergen, Silvio Huonder

Dar colur-mussar colur

von Menga Huonder-Jenny, 2017, 25 min.

5. April I 21 Uhr

Dar colur-mussar colur befragt Frauen mittleren Alters, wieso sie ihre Haare färben. Während es bei Männern akzeptiert ist, dass sie silbernes Haar stehen lassen, es ihnen sogar einen besonderen Charme verleihen soll, gilt dies allgemein nicht für Frauen. Bei Frauen sollen alle äußeren Anzeichen auf fortschreitendes Alter versteckt und solange wie möglich hinausgezögert werden.

Regie: Menga Huonder-Jenny
Fassung: Rätoromanisch mit deutschen Untertiteln

Katzenball

Katzenball, Veronika Minder, 2005

von Veronika Minder, 2005, 88 min.

5. April I 21 Uhr

Die Dokumentation Katzenball wurde 2005 bei der Berlinale mit dem Teddy Award ausgezeichnet. Angereichert mit Archivmaterial hat Minder das Porträt von Frauen verschiedener Generationen geschaffen. Der Film erzählt die Geschichte der weiblichen Homosexualität in der Schweiz der letzten 100 Jahre und unterläuft die mit dem Thema verbundenen Klischees. Eine solche Differenziertheit wurde später in anderen Filmen noch nicht wieder erreicht. „Katzenball“ gibt diesen Frauen eine Sichtbarkeit, die sie sonst in der Gesellschaft im Allgemeinen nur schwer erreichen.

Regie: Veronika Minder I Verleih: Cobrafilm
Fassung: Schweizerdeutsch und Französisch mit deutschen Untertiteln