Es geschah am hellichten Tag

Es geschah am hellichten Tag, Ladislao Vajda

4. August 2021 – 20:30 Uhr

Es geschah am hellichten Tag
Schweiz / Deutschland / Spanien 1958 – 95 Minuten – Spielfilm – Deutsch – R: Ladislao Vajda – B: Friedrich Dürrenmatt mit Heinz Rühmann, Michel Simon, Gert Fröbe

Nach Dürrenmatts Roman „Das Versprechen“ drehte Vajda einen Klassiker des Film noir, in dem ein Polizist noch Jahre nach dem brutalen Tod eines Mädchens, dem Täter auf der Spur ist. Der Film spielt an schweizerischen Schauplätzen, wurde aber in Hochdeutsch gedreht und in den Hauptrollen von zwei deutschen Schauspielern getragen, besonders durch den herausragenden Gert Fröbe.

Das Drehbuch hat Friedrich Dürrenmatt selbst für den Film adaptiert und der Stoff wurde im Anschluss mehrfach neu verfilmt (wie „Das Versprechen“, von Sean Penn, 2001).

mit Vorfilm:
Dürrenmatt liest „Der Tunnel“
Schweiz 1984/2006– 15 Minuten – Essay – Deutsch – R: Charlotte Kerr mit Friedrich Dürrenmatt (Auszug aus Portrait eines Planeten)
mit freundlicher Unterstützung der Charlotte Kerr Dürrenmatt-Stiftung

Aufgenommen von seiner langjährigen Partnerin Charlotte Kerr liest Friedrich Dürrenmatt eine verkürzte Fassung seiner Erzählung „Der Tunnel“. Dabei fährt er selbst Zug, Seilbahnen, Regionalzüge und Intercitys, die verschiedene Tunnel passieren.

Der Richter und sein Henker

Der Richter und sein Henker, Maximilian Schell

1. August 2021 – 21:30 Uhr

Der Richter und sein Henker
Deutschland / Italien 1975 – 92 Minuten – Spielfilm – Deutsch – R: Maximilian Schell – B: Maximilian Schell, Friedrich Dürrenmatt mit Jon Voight, Jacqueline Bisset, Martin Ritt, Helmut Qualtinger, Donald Sutherland, Friedrich Dürrenmatt

Maximilian Schell hat mit einer international hochrangigen Besetzung, sogar Donald Sutherland war die kleine Rolle als Leiche zugetragen, einen der Justizromane von Friedrich Dürrenmatt dicht und atmosphärisch anspruchsvoll inszeniert. Dürrenmatt hat wesentlich am Drehbuch mitgearbeitet und übernimmt auch einen kleinen Gastauftritt.

Zwei Freunde verbindet das Wissen um ein vor Jahren stattgefundenes Verbrechen. Einer ist Polizist geworden und der andere hat sich endgültig dem kriminellen Milieu verschrieben. Als ein Toter auftaucht und die Ermittlungen voranschreiten, droht die Gefahr, dass auch endlich der damalige Mordfall gesühnt werden kann.

MIDAS oder die schwarz Leinwand

Midas oder die schwarze Leinwand, Hanna Dörr

1. August 2021 – 21:30 Uhr

MIDAS oder die schwarz Leinwand
Deutschland 2019 – 15 Minuten – Spielfilm – Deutsch – R: Hanna Dörr mit Georg Friedrich, Marc Hosemann, Lars Rudolph, Lea Draeger, Kerstin Grassmann u.a.

Richard Green muss sterben. Das haben die Mitglieder des Aufsichtsrats seiner Firma so entschieden und schon alles vorbereitet. Sie informieren Green über den Plan und weisen ihn an, sich dem inszenierten Selbstmord zu fügen. Doch das möchte Green nicht und sucht einen Ausweg – scheinbar kann er auf keinen mehr zählen.

Neuland

neuland

4. August 2021 – 18:00 Uhr

Neuland
Schweiz 2013 – 93 Minuten – Dokumentarfilm – Schweizer Deutsch und Deutsch mit deutschen Untertiteln – R: Anna Thommen
in Anwesenheit der Regisseurin

Eine Gruppe von Jugendlichen steht kurz vor dem Einstieg ins Berufsleben. Jeder von ihnen hat seine eigene Vorstellung für seine Zukunft, doch ihre Voraussetzungen sind schlechter als die von anderen. Sie haben nicht von Anfang an die Schule in der Schweiz besucht, sprechen noch gebrochen Deutsch und können auf kein bestehendes soziales Umfeld zurückgreifen. Ihre Chancen glichen denen des Fußballclubs des FC Basel gegen Manchester United zu gewinnen, David gegen Goliath. Und doch habe es Basel durch harte Arbeit ganz an dich Spitze geschafft.

Die Basler Regisseurin Anna Thommen hat eine sogenannte Integrationsklasse begleitet, die Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine intensive Betreuung für den Einstieg in die Arbeitswelt geben soll. Eindrücklich wirkt die Nähe und schonungslose Offenheit, die der Film vermittelt.

Where We Belong

Where We Belong, Jacqueline Zünd

3. August 2021 – 18:00 Uhr

Where We Belong
Schweiz 2019 – 78 Minuten – Dokumentarfilm – Französisch und Schweizer Deutsch mit deutschen Untertiteln – R: Jacqueline Zünd
in Anwesenheit des Kameramanns Nikolai von Graevenitz

Die Eltern trennen sich, eine Familie zerfällt. Aus dem, was einst als Einheit galt, entstehen zwei getrennte Welten. In ständigem Übergang leben die Kinder nun zwischen zwei Zuhause, Welten. WHERE WE BELONG nähert sich ihrer Realität und konzentriert sich darauf, wie zerbrechlich Kinder sind, aber auch wie mutig, klug und lustig sie auf ihre Situation reagieren.

Das Höllentor von Zürich

Das Höllentor von Zürich, Cyrill Oberholzer

3. August 2021 – 20:30 Uhr

Das Höllentor von Zürich
Schweiz 2018 – 93 Minuten – Spielfilm – Schweizer Deutsch mit deutschen Untertiteln – R: Cyrill Oberholzer – B: Laura Stoll mit Laura Stoll

Laura Stoll spielt sich in dieser experimentellen Horrorsatire als naive und tollpatschige Künstlerin. Kind der digitalen Internetgeneration versucht sie sich aus ihrer misslichen Lage, sie steckt mit ihrem Zeigefinger im Abfluss der Badewanne fest, erst mit der üblichen Technik zu befreien, um dann ganz analog zu gehen.

Der Film ist ein Beispiel für einen mutigen, frischen Beitrag der jüngsten Schweizer Filmemachergeneration.

mit Vorfilm:
YORI
Schweiz 2018 – 10 Minuten – Spielfilm – Schweizerdeutsch, Koreanisch mit englischen Untertiteln – R: Hae-Sup Sin mit Hyun Teg Park, Peter Hottinger, Werner Biermeier

In einem koreanischen Restaurant kommt es zu einem folgenschweren Missverständnis.

Vaters Garten

Vaters Garten, Peter Liechti

30. Juli 2021 – 18 Uhr

Vaters Garten
Schweiz 2013 – 93 Minuten – Hybrid Spiel- und Dokumentarfilm – Schweizer Deutsch mit deutschen Untertiteln – R: Peter Liechti – S: Tania Stöcklin mit Peter Liechti
in Anwesenheit der Schnittmeisterin Tania Stöcklin

Peter Liechti entwickelte einen eigenen Stil des dokumentarisch-essayistischen Kunstfilms. In „Vaters Garten“, dem zweiten autobiografisch motivierten Film nach „Hans im Glück“, besucht er seine Eltern in St. Gallen. Teile aus den Gesprächen spielt er mit Hasenpuppen nach. Die „kleinbürgerliche“ Weltanschauung und Pedanterie der Eltern missfallen dem Sohn sehr. Die Missstimmung spiegelt den Konflikt zwischen den Mentalitäten der ersten und zweiten Nachkriegsgenerationen wieder. Die Stärken des Films sind seine scharfsinnige Beobachtung und die Allgemeingültigkeit der gesellschaftspolitischen Aussage.

Der Büezer

Der Büezer, Hans Kaufmann

29. Juli 2021 – 21:30 Uhr – Eröffnung
in Anwesenheit des Regisseurs

Der Büezer („Der Arbeiter“) – Eröffnungsfilm
Schweiz 2019 – 85 Minuten – Spielfilm – Schweizer Deutsch mit deutschen Untertiteln – R: Hans Kaufmann mit Joel Basman, Andrea Zogg, Cecilia Steiner

Patrick Signer alias Sigi (Joel Basman) arbeitet als Sanitärtechniker. Nach dem Tod seiner Eltern sind seine einzigen sozialen Kontakte die Kollegen auf dem Bau. Von ihrem selbstbewussten Auftreten hat er selber wenig. Eine väterliche Ersatzfigur findet er im zwielichtigen Walter (Andrea Zogg), für den er nach Feierabend kleinere Reparaturen ausführt und seinen Lohn aufbessert. Als er auf Hannah (Cecilia Steiner) trifft, möchte er alles unternehmen, um ihr zu gefallen. Dazu gehört auch, dass er sich als Werbetexter ausgibt und bei ihrer sektenähnlichen Freikirche mitmacht.

Kaufmann inszeniert die Geschichte eines jungen Mannes, der trotz seines großen Wunschs nach Anschluss und Geborgenheit sich selbst treu bleibt. Inszenierung und Spiel zeichnen sich durch eine reduzierte Bildsprache aus, die den Blick auf das Wesentliche freigeben. Joel Basman liefert hier eine seiner bisher überzeugendsten Leistungen. Nicht zuletzt ist „Der Büezer“ auch eine klassische Liebes- und Heldengeschichte, die mit viel Humor und Empathie erzählt wird.

Auf der Brücke zur Moderne

Basels erster Film als Panorama der Belle Epoque
Videovortrag von Prof. Hansmartin Siegrist, Universität Basel, zu den Anfängen den Schweizer Films um 1896

Termin tbd.

Seit fünf Jahren untersucht eine Arbeitsgruppe am Seminar für Medienwissenschaft der Universität Basel den ersten erhaltenen Basler Film (Lumière No. 308: Bâle – Pont sur le Rhin), den ein Lumière-Kameramann am 28. September 1896 auf der Alten Rheinbrücke gedreht hat – mit rund 80 Passantinnen und Passanten, mit Fuhrwerken, Handkarren und einem der damals hoch modernen Trams. Es ist dies zwar ein minimalster, nur scheinbar spontaner, doch höchst inszenierter Ausschnitt von nur 47 Sekunden Dauer. Und doch weitet sich dieser 30-Grad-Ausblick auf Kleinbasel im akribischem Studium der film- wie stadthistorischen Quellen zum Panorama der Belle époque: In einem einstündigen Videoreferat berichtet Hansmartin Siegrist, der Leiter der Arbeitsgruppe, von den erstaunlichen Ergebnissen dieser Forschungsarbeit, die soeben in Buchform erscheinen sind.

Bäckerei Zürrer

Bäckerei Zürrer, Kurt Früh

von Kurt Früh, 1957, 104 min.

10. April I 18 Uhr

Der verwitwete Bäckermeister Zürrer musste seine drei Kinder alleine großziehen. Es missfällt ihm, dass sein jüngster Sohn, der die Bäckerei übernehmen soll, von der Tochter des italienischen Kleinhändlers Pizzani ein Kind erwartet, da er sie nicht in seiner Familie haben möchte. Für die 1950er Jahre war eine solche Mischehe noch weit konfliktbehafteter als heute.

Dieses Gesellschaftsdrama mit versöhnlichem Ende gilt als das erste eigenständige Projekt des Regisseurs Kurt Früh. Er avancierte zu einem Meilenstein des Schweizer Films mit einer hervorragenden Besetzung und der Komposition der Filmmusik durch Walter Baumgartner, der auch „Hinter den sieben Gleisen“, zwei Jahre später entstanden, mitverantwortete.

Regie: Kurt Früh I Musik: Walter Baumgartner I Darsteller: Emil Hegetschweiler, Ettore Cella, Margrit Winter, Peter Brogle, Walter Morath I Verleih: Praesens-Film, Zürich
Fassung: Schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln

Vorfilm: Anka Schmid präsentiert ein Kaleidoskop industrieller Produktionsprozesse: Dizzywork, 2006, 1 min. 20 sek.