Le livre d’image (Bildbuch)

Le livre d'image, Jean-Luc Godard

von Jean-Luc Godard, 2018, 84 min.

9. April I 20 Uhr

Dass Godard Schweizer ist, wird oft vergessen – zu eng sind sein Leben und sein Werk mit dem französischen Kino, vor allem mit dem Aufstieg der „Nouvelle Vague“ Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre verbunden. Seit langer Zeit aber lebt er in Rolle am Genfer See, wo sein kleines Haus zugleich als persönliches Refugium und medienanalytisches Laboratorium fungiert. Mit Le livre d‘image (engl.: The Image Book, dt.: Bildbuch) greift der Meister seine seit „Histoire(s) du cinéma“ (1988-1998) immer weiter entwickelte Montagetechnik auf, mit der Fragmente aus eigenen und fremden Filmen, Gemälden, literarischen Zitaten und Tonsignalen unterschiedlichster Herkunft zu einem energetisch hoch aufgeladenem Strom von Assoziationen eingeschmolzen werden.

Mit fast 90 Jahren Lebensalter mutet jede neue Arbeit Godards zwangsläufig wie ein Testament an. Im Fall von „Le livre d‘image“ drängt sich dieser Eindruck noch stärker auf: Besingt er doch einmal mehr das Kino in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und Benutzbarkeit zwischen Utopie und Demagogie. Er stemmt sich dem Ende des cineastischen Zeitalters mit einem weiteren Werk entgegen – so gesehen, ist dieser Film durchaus ein optimistisches Statement. (Claus Löser)

Regie: Jean-Luc Godard I Kamera: Fabrice Aragno, Jean-Luc Godard, Jean-Paul Battaggia I Verleih: Grandfilm
Fassung: Französisch mit deutschen Untertiteln