Heimatland

Heimatland

von Michael Krummenacher, Jan Gassmann, Lisa Blatter, Gregor Frei, Benny Jaberg, Carmen Jaquier, Jonas Meier, Tobias Nölle, Lionel Rupp, Mike Scheiwiller, 2016, 99 min.

Über der Schweiz entsteht aus dem Nichts eine dichte Wolke, die rasant zu wachsen scheint. In Erwartung einer Naturkatastrophe verhängen die Behörden den Ausnahmezustand. Die Reaktionen bei den Bürgern fallen unterschiedlich aus.

„Heimatland“ ist das Gemeinschaftswerk von zehn Schweizer Regisseuren der jüngeren Generation und verschiedener Sprachgebiete. Die Dystopie ist einerseits ein spannender Katastrophen lm, andererseits eine satirisch-zugespitze Auseinandersetzung mit der schweizerischen Identität.

Regie, Drehbuch: Michael Krummenacher, Jan Gassmann, Lisa Blatter, Gregor Frei, Benny Jaberg, Carmen Jaquier, Jonas Meier, Tobias Nölle, Lionel Rupp, Mike Scheiwiller
Kamera: Gaëtan Varone, Simon Guy Fässler, Denis D. Lüthi I Musik: Dominik Blumer I Darsteller: Peter Jecklin, Michèle Schaub-Jackson, Liana Hangart- ner, Nicolas Bachmann, Morgane Ferru u.v.a.
Verleih: Arsenal Filmverleih, Berlin

Fassung: Mehrsprachig mit deutschen Untertiteln

Unter der Patenschaft von NIFFF – Neuchâtel Fantastic Film Festival

Il nido

Il nido, Klaudia Reynicke

von Klaudia Reynicke, 2016, 78 min.

Die 19-jährige Cora arbeitet für ihre Familie in Bucco, einem Dorf, das von christlichen Touristen lebt, welche an Marienerscheinungen glauben. Coras Vater organisiert die große Feier zu Ehren der Jungfrau von Bucco, die jedes Jahr zahlreiche Pilger anzieht. Doch die Ankunft eines zurückkehrenden Dorfbewohners bringt die Harmonie des „heiligen“ Dorfes ins Schwanken, das seit Jahrzehnten ein Geheimnis hütet.

In ihrem Spielfilmdebüt „Il nido“ („Das Nest“) setzt sich die schweizerisch-peruanische Regisseurin Klaudia Reynicke mit dem Leben in einem Tessiner Dorf auseinander. Vor dem Hintergrund einer Kriminalgeschichte werden Themen wie Religion, Traditionen und Familie behandelt und auf den Prüfstand gestellt.

Regie: Klaudia Reynicke
Drehbuch: Klaudia Reynicke, Tianna Langham
Kamera: Hélène Louvart
Musik: Peter Kernel
Darsteller: Ondina Quadri, Fabrizio Rongione, Diego Ribon, Sonia Gessner, Gio- vanni Franzoni, Luigi Diberti, Giosia Gilardi
Verleih: The Open Reel, Mailand

Fassung: Italienisch mit englischen Untertiteln

Wintergast

Wintergast, Andy Herzog, Matthias Günter

von Andy Herzog und Matthias Günter, 2015, 82 min.

Der Filmautor Stefan Keller befindet sich nach einem ersten Erfolg in einer langjährigen Schaffenskrise. Als im seine Produzentin die Unterstützung ent- zieht, nimmt er eine Arbeit als Jugendherbergetester auf und reist durch die winterliche Schweiz. Die zufälligen Bekanntschaften und gehörten Geschichten leiten einen Selbstfindungsprozess ein, der zu einer überraschenden Wendung führt.

Dem Film gelingt es, elegisch-melancholische Stimmung mit trockener Komik zu verbinden. Die semi-dokumentarische Form schließt an Vorgänger wie Christian Schocher oder Peter Liechti an. In suggestiven Schwarz-Weiß-Bildern evozieren die Autoren eine Schweiz jenseits des Hochglanztourismus.

Regie, Drehbuch: Andy Herzog, Matthias Günter
Kamera: Matthias Günter I Musik: Jan Miserre, John Gürtler
Darsteller: Andy Herzog, Susann Rüdlinger, Katharina Schröter, Sophie Hutter, Cihan Inan, Michael Neuenschwander, Leo Kron, Marcel Gisler Verleih: Déjà-vu Film, Hamburg

Fassung: Schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln

Hans im Glück

Hans im Glück, Peter Liechti

von Peter Liechti 2003, 88 min.

Peter Liechti, sich selbst spielend, beschließt das Rauchen aufzugeben. Ein Fußmarsch von Zürich nach St. Gallen, seiner Heimatstadt, soll, verbunden mit einem strikten Rauchverbot, diesem Ziel dienen. Auf seiner Reise begeg- net er einem Reigen sehr verschiedener Menschen, deren Schicksale er mit Offenheit und Empathie schildert.
Der semi- ktionale Dokumentar lm wirft einen kritischen Blick auf das Land und ist zugleich ein unprätentiöses und ironisches Selbstbild des Schweizer Ausnahmeregisseurs. Peter Liechti (*1955), der leider 2014 seiner Krank- heit erlag, entwickelte einen eigenen Stil des dokumentarisch-essayistischen Kunst lms. Zu seinen wichtigsten Werken zählen insbesondere „Signers Koffer“ (1996) und „Vaters Garten“ (2013).

Regie, Drehbuch, Kamera: Peter Liechti
Musik: Norbert Möslang I Verleih: Peter Liechti Filmproduktion, Zürich
Fassung: Schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln

Strähl

Strähl, Manuel Flurin Hendry

von Manuel Flurin Hendry, 2004, 80 min.

Strähl, ein medikamentensüchtiger Kriminalpolizist, ist in der Zürcher Langstraße in der Drogenbekämpfung tätig. Seine Cholerik und unkonventionellen Ermittlungsmethoden bringen ihn immer wieder an den Rand des Gesetzesbruchs. Schließlich eskaliert die Situation soweit, dass er selber des Drogenhandels beschuldigt wird.

Das spannende und aktionistische Drama wirft ein grelles Licht auf das Milieu von Drogenhändlern und Abhängigen vor dem Hintergrund des übernational bekannten Rotlichtviertels der Stadt. In der Hauptrolle agiert eindrücklich Roeland Wiesnekker, der für seine Darstellung den Schweizer Filmpreis für den Bester Hauptdarsteller gewann.

Regie: Manuel Flurin Hendry I Drehbuch: Michael Sauter, David Keller Kamera: Filip Zumbrunn I Musik: Michael Sauter
Verleih: Dschoint Ventschr, Zürich

Fassung: Schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln

Die Schweizermacher

Die Schweizermacher, Rolf Lyssy

von Rolf Lyssy 1979, 104 min. Abschlussfilm

Zwei Beamte der Kantonspolizei Zürich sind beauftragt, über Anwärter auf das Schweizer Bürgerrecht ein Gutachten zu erstellen, das sich sowohl auf gehei- me Beobachtung wie auch auf of zielle Kontaktaufnahme stützen soll. Die Be- werber entstammen sehr verschiedenen sozialen Verhältnissen und Nationen, was dazu führt, dass unterschiedliche Erwartungen an sie gestellt werden. Es entsteht eine Vielzahl komischer Verwicklungen. Zwischen dem pedantischen, älteren Polizisten und dem jüngeren Berufseinsteiger kommt es wegen ihrer unterschiedlichen Weltsichten zu zunehmenden Konflikten.

Der Film ist sowohl ein schlagend inszenierte Komödie als auch eine Satire auf die schweizerische politische Mentalität. Zusätzlich exponiert er den Generationenkon ikt, der in den 1970er Jahren, genau wie in Deutschland, in großer Schärfe aufbrach. Die beiden Hauptrollen übernahmen Walo Lüönd, einer der unbestritten wichtigsten Schweizer Charakterdarsteller der zweiten Jahrhunderthälfte, und Emil Steinberger, der sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland über Jahrzehnte als Kabarettist bekannt war.

Regie: Rolf Lyssy I Drehbuch: Rolf Lyssy, Christa Maerker
Kamera: Fritz E. Maeder I Darsteller: Walo Lüönd, Emil Steinberger, Wolf- gang Stendar, Claudio Caramaschi, Beatrice Kessler, Hilde Ziegler
Verleih: Frenetic, Zürich
Fassung: Schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln

Wachtmeister Zumbühl

Wachtmeister Zumbühl, Urs Odermatt

von Urs Odermatt, 1994, 103 min.
in Anwesenheit des Regisseurs

In einem Dorf im Kanton Nidwalden lebt der Wachtmeister Zumbühl gemeinsam mit seinem Sohn Albin. Zumbühl, ein überkorrekter, manchmal besserwisserisch, ist bei den Honorationen wenig beliebt. Nach einer Intrige quittiert er den Dienst und wechselt den Beruf. Als er seinen Sohn eines schlimmen Verbrechens verdächtigt, gerät Zumbühl in einen Gewissenskonflikt zwischen seinem Rechtsempfinden und der Solidarität gegenüber seinem Sohn.

Das realistische Kriminaldrama ist visuell inspiriert durch die Fotografien von Arnold Odermatt. Der Vater des Regisseurs stand Jahrzehnte lang im Dienste der Nidwaldner Verkehrspolizei und fertigte als begeisterter Fotograf Bilder von Unfallsituationen an. Sein fotografisches Werk hat, mittlerweilen verstanden als Kunstleistung, in den letzten zwanzig Jahren internationale Beachtung erfahren. Der Film feiert in einer neu restaurierten Fassung auf dem Festival seine Uraufführung. In den drei Hauptrollen treten Michael Gwisdek, Anica Dobra und Jürgen Vogel auf, deren Stimmen in Nidwaldner Deutsch synchronisiert wurden.

Parallel findet in Zusammenarbeit mit der Galerie Springer aus Berlin eine Ausstellung mit Fotografien Arnold Odermatts statt, die dieser während der Dreharbeiten zum Film realisierte.

Regie, Drehbuch: Urs Odermatt I Produktion: Rudolf Santschi
Kamera: Rainer Klausmann I Musik: Norbert J. Schneider
Darsteller: Michael Gwisdek, Anica Dobra, Jürgen Vogel, Rolf Hoppe, Ueli Jäggi, Siggi Schwientek, Roeland Wiesnekker
Fassung: Schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln

Restaurierung und Digitalisierung des Filmes durch Kulturwerkstatt Nordwest